Boden-, Gewässer- und Klimaschutz

Ausdruck vom 16. Juni 2019 17:48:27 MESZ

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Flurneuordnung für Boden-, Gewässer- und Klimaschutz

Nachhaltige Landentwicklung

Der Boden und die Gewässer gehören zu den wichtigsten Lebensgrundlagen. Sie sind jedoch zahlreichen Gefährdungen ausgesetzt, wie Bodenerosion, Gewässerbelastungen und Hochwasser. Daher sind der Boden- und Gewässerschutz wichtig für eine zukunftsfähige und nachhaltige Landwirtschaft.

 

Durch Flächentausch und -ankauf können gezielt Bereiche für den Erosions- und Gewässerschutz gesichert werden. Auch eine optimierte Wegenetzplanung trägt wesentlich zur Wasserrückhaltung bei.
Landespflegerische Maßnahmen der Flurneuordnung werden im Sinne eines vorsorgenden Erosions- und Gewässerschutzes geplant und umgesetzt. Gleichzeitig dienen einige dieser Maßnahmen auch der Förderung der Strukturvielfalt und der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft.


 

 

Was kann Flurneuordnung konkret tun für …

 

 

…den Grundwasserschutz?

 

  • Grünlandanteil erhalten und ggf. ausdehnen
  • Flächen für Schutzzonen bereitstellen
  • unverträgliche Nutzungen aus der Schutzzonen verlegen
  • Grundwasserneubildung fördern durch dezentrale Versickerung von Oberflächenwasser
  • landwirtschaftliche Wege so naturnah und umweltschonend wie möglich ausbauen – Asphalt nur dort, wo es die Erschließungsfunktion des Weges unbedingt erfordert
     

 

 

… die Oberflächengewässer?

 

  • Uferstreifen entlang von Fließgewässern ausweisen und sichern
  • Fließgewässer naturnah gestalten(Renaturierung)
  • Umsetzung von Gewässerentwicklungsplänen unterstützen - durch Neuordnung der benötigten Flächen
  • Öffnung verrohrter Gewässerstrecken
  • stehende Gewässer (Seen und Teiche) aufwerten - durch Nutzungsentflechtung und Pufferzonen zur Minderung des Nährstoffeintrags
     

 

 

 

…den Hochwasserschutz?

 

  • Oberflächenwasserabfluss reduzieren - durch Bevorzugung wasserdurchlässiger Wegebefestigungen
  • Wasserrückhaltung und dezentraler Hochwasserschutz - durch Gewässerrenaturierung, Ausweisung und Schaffung neuer Retentionsflächen und Bereitstellung von Flächen für Rückhaltebecken
  • unverträgliche Nutzungen entflechten und notwendige Flächen in Überschwemmungsgebieten neuordnen

 

 

 

… den Boden- und Klimaschutz?

 

  • Bearbeitungsrichtung quer zum Hang festlegen
  • erosionsgefährdete Hanglängen verkürzen z. B. durch die Anlage von Landschaftselementen (Hecken, Krautstreifen) und geeignete Wegeführung
  • Windschutzhecken anlegen
  • Fahrzeiten, Benzinverbrauch und damit auch den Schadstoffausstoß der Landbewirtschaftung senken
  • Kleinklima verbessern
  • Kaltluftschneisen sichern
     

 

 

Praxisbeispiel
Flurneuordnung "Bad Mergentheim - Stuppach"
Im Verfahrensgebiet kommt es an einigen Stellen auf Grund der Bodenschichtung bei lang anhaltendem Regen und im Zeitraum der Schneeschmelze zum Wasseraustritt im Hangbereich. Hier wurden Grünmulden als Erosionsschutzstreifen von bis zu 10 m Breite hangparallel angelegt. In diesen Streifen ist eine flache Mulde integriert, in der das Oberflächenwasser und abgespülter Boden natürlich zurückgehalten werden.
 

 

 

 

 

 

 

Die Gras- und Krautstreifen mit erosionshemmender Wirkung dienen auch vielen Tierarten, wie Baumpieper, Feldlerche und Rebhuhn.