ETRS89/UTM

Ausdruck vom 25. April 2017 04:46:06 MESZ

https://www.lgl-bw.de/lgl-internet/opencms/de/05_Geoinformation/Liegenschaftskataster/ETRS89-UTM/index.html


ETRS89/UTM

Überführung der Geobasisdaten des Liegenschaftskatasters nach ETRS89/UTM

Die Vermessungsverwaltung in Baden-Württemberg hat sich zum Ziel gesetzt, die Geobasisdaten des Liegenschaftskatasters (ALKIS) und der Landesvermessung (ATKIS, AFIS) bis Ende 2017 in das europaweite Bezugssystem ETRS89 mit der Abbildung UTM zu überführen.

 

Nähere Informationen zur Überführung von ALKIS, ATKIS und AFIS finden sie hier

Nähere Informationen zum Koordinatenreferenzsystem ETRS89/UTM finden Sie hier

 

Die Umstellung des Koordinatenreferenzsystems hat Auswirkungen auf die zukünftige Arbeitsweise mit Geobasisdaten und auf die Erfassung und Führung von Geofachdaten.


 

Hintergrund

Die Umstellung des Koordinatenreferenzsystems geht auf folgende Vorgaben zurück:

 

AdV Beschlüsse

Die Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV) hat 1991 beschlossen, das Europäische Terrestrische Referenzsystem 1989 (ETRS89) als neues deutschlandweites Bezugssystem einzuführen. Zur Abbildung in die Ebene wurde 1995 die Universale Transversale Mercator-Projektion (UTM) festgelegt. Im Rahmen dieser Beschlüsse verpflichteten sich alle deutschen Vermessungsverwaltungen, das neue Koordinatenreferenzsystem einzuführen.

 

 

 

INSPIRE-Richtlinie der EU

EU-Richtlinie 2007/2/EG - Infrastructure for Spatial Information in the European Community (INSPIRE) vom 14. März 2007 verfolgt das Ziel der Schaffung einer einheitlichen europäischen Geodateninfrastruktur. Damit soll die grenzübergreifende Nutzung von Geo(fach)daten in Europa erleichtert werden. Die Richtlinie wurde inzwischen von allen Mitgliedsstaaten in nationales Recht umgesetzt (Geodatenzugangsgesetze der Länder und des Bundes). Die INSPIRE-Richtlinie definiert den rechtlichen Rahmen für den Aufbau von Geodateninfrastrukturen (GDI). Die fachlichen und technischen Einzelheiten regelt die EU mit Durchführungsbestimmungen, die für die Mitgliedsstaaten direkt verbindlich sind. Um die Forderungen einer grenzübergreifenden Nutzung von Geodaten effektiv erfüllen zu können, müssen diese in einem einheitlichen Format vorliegen. Als europaweit einheitliches Bezugssystem wurde das ETRS89 mit der Abbildung UTM gewählt.

 

 

Landesgeodatenzugangsgesetz Baden-Württemberg (LGeoZG)

Der Bund und die 16 Bundesländer regeln jeweils in einem eigenen Geodatenzugangsgesetz die Umsetzung der INSPIRE-Richtlinie für ihre Zuständigkeitsbereiche in nationales Recht. Mit Inkrafttreten des LGeoZG am 17. Dezember 2009 wurde die INSPIRE-Richtlinie in Baden-Württemberg in Landesrecht umgesetzt. Im Rahmen des LGeoZG werden unter anderem die von INSPIRE betroffenen Geodaten und Geodatendienste aufgeführt. Neben den Geobasisdaten der Landesvermessung und des Liegenschaftskatasters sind im Wesentlichen Geofachdaten der Bereiche Umwelt, Natur, Infrastruktur, Bevölkerungsschutz usw. betroffen. In der Regel bilden die Geobasisdaten die Grundlage für die Erfassung und Führung der Geofachdaten.

 

 

 

Vermessungsverwaltung Baden-Württemberg

Mit der Überführung des Liegenschaftskatasters nach ETRS89/UTM wird gleichzeitig eine weitest gehende Beseitigung/Minimierung von Netzspannungen in den Lagefestpunkten des Liegenschaftskatasters angestrebt. Hierdurch soll eine direkte Koordinatenbestimmung mittels GNSS und dem amtlichen Satellitenpositionierungsdienst SAPOS® ermöglicht werden.

 

 

 


 

Vorgehen bei der Überführung der Geobasisdaten des Liegenschaftskatasters nach ETRS89/UTM

Ausschnitt - Diagnoseausgleichung
Ausschnitt - Diagnoseausgleichung

Zur Vorbereitung der landesweiten Überführung des Liegenschaftskatasters nach ETRS89/UTM werden von den unteren Vermessungsbehörden und den Öffentlich bestellten Vermessungsingenieurinnen und -ingenieuren (ÖbVI) aktuell Passpunkte im zukünftigen Landeskoordinatensystem ETRS89/UTM bestimmt. Diese Passpunkte werden durch die unteren Vermessungsbehörden gemarkungsweise im Rahmen von Diagnoseausgleichungen überprüft. Mit der gemarkungsweisen Vollzugserklärung wird dem Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) gemeldet, dass genügend identische Punkte bestimmt wurden, dass die Passpunkte auf grobe Fehler überprüft wurden und dass durch die vorliegenden Passpunkte die bestehenden Netzspannungen zutreffend repräsentiert werden. Bis Ende 2016 sollen für alle Gemarkungen Vollzugserklärungen vorliegen.

 

Den aktuellen Stand der Vollzugserklärungen können Sie hier einsehen: Vollzugserklärungen

 

Das LGL führt stichprobenartig eine Qualitätssicherung dieser Meldungen durch und wird Anfang 2017 aus allen gemessenen Passpunkten ein engmaschiges landesweites NTv2-Gitter (Baden-Württembergischer Transformationsansatz für ALKIS 2017, BWTA2017) berechnen und veröffentlichen.

 

Mit Hilfe dieses NTv2-Gitters (BWTA2017) werden die Geobasisdaten des Liegenschaftskatasters in einem mehrstufigen Verfahren im Laufe des Jahres 2017 nach ETRS89/UTM überführt werden.

 


 

Was bedeutet die Umstellung für Fachanwender

Die Umstellung der Geobasisdaten des Liegenschaftskatasters (ALKIS) und der Landesvermessung (ATKIS und AFIS) nach ETRS89/UTM hat auch Auswirkungen auf Fachanwender und Geofachdaten.

Liegenschafts- und Katastervermessungen

Alle Liegenschaftsvermessungen dürfen nach der Überführung nur noch im neuen Landeskoordinatensystem durchgeführt werden. Bei jeder Vermessung sind endgültige Landeskoordinaten zu schaffen. Da für ETRS89/UTM andere Flächen- und Streckenkorrekturparameter als für DHDN/Gauß-Krüger gelten, müssen die vermessungstechnischen Softwarelösungen entsprechend angepasst werden.

 

 

 

 

 

Geodatennutzer und Fachdatenanwender

Geodatennutzer erhalten ab 2018 nur noch Geobasisdaten im neuen Koordinatenreferenzsystem ETRS89/UTM. Eine optionale Abgabe der Geodaten im alten Koordinatenreferenzsystem DHDN/Gauß-Krüger ist derzeit nicht vorgesehen. Geodatennutzer sollten sich rechtzeitig über das neue Koordinatenreferenzsystem informieren und prüfen, ob ihre Softwarekomponenten mit den neuen Koordinaten arbeiten können. Zur Überführung der Geofachdaten nach ETRS89/UTM stellt das LGL zwei NTv2-Gitter unterschiedlicher Genauigkeit kostenlos zur Verfügung. Welches Gitter Sie zur Überführung Ihrer Geodaten benötigen, hängt von der Grundlage ab, auf der Sie Ihre Geodaten erfasst haben. Für Geodaten auf Basis der Katasterdaten (ALKIS) benötigen Sie in der Regel BWTA2017 und für Geodaten auf Basis von ATKIS BeTA2007. Die beiden NTv2-Gitterdateien sind voraussichtlich ab Sommer 2017 hier erhältlich. Das BeTA2007-Gitter (Download) ist derzeit bereits beim Bundesamt für Kartographie und Geodäsie bereitgestellt.

 


 

Downloads

Leitfaden Bezugssystemwechsel auf ETRS89/UTM (Runder Tisch GIS)

 

Der vom Runden Tisch GIS veröffentlichte Leitfaden richtet sich vornehmlich an Geodatennutzer und Geofachdatenhalter/-Nutzer und kann unter nachstehendem Link herunter geladen werden:

 

Runder Tisch GIS (externer Link)

 


 

NTv2 - Transformationsgitter

 

Diese NTv2-Datei deckt das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland ab und ist geeignet für die Transformation von Geo(fach)daten welche auf Basis der ATKIS® Daten geführt und erstellt werden.

 

  • Baden-Württembergischer Transformationsansatz für ALKIS 2017 (BWTA2017) - derzeit noch nicht verfügbar -

Diese NTv2-Datei deckt das Gebiet von Baden-Württemberg ab und ist daher ausschließlich für die Transformation von Geo(fach)daten innerhalb von Baden-Württemberg geeignet. Dieser Ansatz ist für Geo(fach)daten zu verwenden welche auf Basis der ALKIS® Daten geführt und erstellt werden.

 

  • NTv2-Testgitter sind auf Anfrage erhältlich

Anfrage für Testgitter stellen

 


 

Vorträge und Präsentationen 


Hier werden Ihnen in Kürze weitere ergänzende Daten (NTv2-Gitter, etc.), Dokumente (Techn. Überführungsregeln, etc.)  und allgemeine Informationen (Flyer, etc.) zum Thema ETRS89/UTM angeboten.